Der Wanderweg der Heiligen

Es ist ein Weg zum Aufladen und Regenerieren und zur Stärkung der seelischen Kräfte. Es ist ein Weg der Sakralkunst, der vom wichtigen Einfluss der Frauen im Alltagsleben von Labin und seiner Umgebung erzählt. In dieser Bergbaugegend zitterten die Frauen täglich um das Leben ihrer Männer und mussten zu Hause die schwersten Arbeiten verrichten: neben  allen Hausarbeiten bebauten sie auch den kargen Boden und trugen das Wasser in schweren Bütten von weitentfernten Quellen her. Trost und geistlichen Beistand suchten sie bei den Schutzheiligen. 

1. Die Pfarrkirche der Heiligen Jungfrau Mariä Geburt wurde 1336 auf den Fundamenten einer älteren Kirche aus dem 11. Jahrhundert errichtet. In ihr befinden sich sechs Marmoraltäre, darunter auch der mit den Reliquien des hl. Justus, die 1664 aus Rom nach Labin gebracht wurden.

2. Die kleine Kirche der hl. Maria von Karmel (Madonna von Karmel) wurde 1615 gebaut und 1867 im klassizistischen Stil erneuert. Sie gehörte der reichen Labiner Großadelsfamilie Depangher-Manzini, war aber auch das Bethaus der Adelsfamilie Negri. Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde sie dank den Bemühungen des Malers Vinko Šaina und mit Hilfe der Stadt zur attraktiven Bildergalerie „Alvona“ umgestaltet, dem heutigen Mittelpunkt des künstlerischen Lebens der Altstadt von Labin.

3. Die Kirche der hl. Maria von Trost (Madonna von Gesundheit) in Labin. Diese 1420 gebaute Kirche erhielt ihre heutige Form im 17. Jahrhundert. Sie birgt eine wertvolle Sammlung der Darstellungen Muttergottes - 15 Holzfiguren und 9 Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert.

4. Die kleine Kirche der Maria Magdalena am Stadtrand von Labin, nah am Friedhof. Die Schutzpatronin von Büßerinnen, Gärtnern, Friseuren, Parfüm- und Pomadenherstellern. Wird schon im 15. Jahrhundert erwähnt, als sich die Großbesitzerfamilie Scampicchio um sie kümmerte. Wahrscheinlich hatten die Labiner Adeligen bis zum 17. Jahrhundert hier ihren Friedhof.

5. Der Wanderweg der Muttergottes von der Kornelle (Šumber)
Jährlich wird am 5. August zum Madonna vom Schnee -Fest nach Šumber gepilgert, einem der meistbesuchten Wahlfahrtsorten Istriens. Der Legende nach sei der jungen Hirtin an dieser Stelle in der Baumkrone des Kornelkirschenbaums die Muttergottes mit Jesukind im Schoß erschienen. Die Einwohner von Šumber gingen dem Wunsch der Muttergottes nach und errichteten ihr im Jahre 1440 eine Kirche bei dem Kornellebaum, in dessen Krone sie erschienen war. Viele Mütter rutschen auf den Knien um den Muttergottesaltar herum und beten um die Gesundheit ihrer Kinder. Links von der Kirche steht ein Kornelkirschenbaum und ganz in der Nähe befindet sich auch die Kirche des hl. Quirinius mit glagolitischen Inschriften aus dem Jahre 1540, sowie das Kastell von Šumber.

6. St. Anna in der Kirche der Muttergottes von der Gesundheit (Sveti Martin)

Die hl. Anna ist die Schutzpatronin der Schwangeren, der Gebärenden und der Mütter. Eine Statue der hl. Anna wird in der Pfarrkirche aufbewahrt und jährlich in der Prozession am 26. Juli, dem St.-Anna-Tag, getragen.

7. St. Katharina (Sveti Martin)

Der Tag der hl. Katharina von Alexandrien wird am 25. November gefeiert. Auch ein Stadtviertel von Labin wurde nach dieser Schutzheiligen benannt. Als Schutzheilige der Muttermilch und Helferin bei Kopfkrankheiten und Sprechproblemen, sowie die Schutzpatronin der Agrarprodukte, wurde sie besonders von jungen Müttern mit Kleinkindern verehrt. Bei den Wallfahrten trugen die Mütter Fackel, die sie anzündeten um genug Milch zu haben und noch lange Stillen zu können. Sie versammelten sich auch zum Segnen der Ziegenmilch, von der man glaubte, dass sie die Kinder vor Schlangenbissen schützte.

8. St. Marina (Sveta Marina)

In der Umgebung dieser kleinen Kirche wurden einige Glasscherben aus der Spätantike (4. – 5. Jahrhundert) gefunden. Sie wurde am Übergang vom 12. ins 13. Jahrhundert erbaut. In der Nähe stand hier einst ein Frauenkloster.

9. St. Barbara (Raša)

Die hl. Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und der Kanoniere. Diese modernistische Kirche wurde 1937 in Form des umgekippten Bergwerkswagens errichtet und mit einem Turm versehen, der an die Bergmannslampe erinnert. In der Kirche befindet sich auch eine kleine Bergbausammlung.

Weglängen:

Labin – Šumber  12 km
Labin – Sv. Martin (Martinski) 10 km
Labin – Sv. Marina  12 km
Labin – Raša 5 km

Bergsteigerverein Skitaci
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