Was unsere Großmütter kochten

Die Labiner Küche beruht auf gesundem bitteren Gemüse und Kräutern der Gegend. Das Wildgemüse sammelt man im Frühjahr auf Wiesen und in Hainen, auf Uferfelsen und in  Wildgärten, in denen an Vitamin C, Eisen und Mineralien reichen Wildspargel, -mangold und Raddicchio sowie Brennessel, Schnittlauch, Meerfenchel und andere Grünpflanzen üppig gedeihen. Das Gourmetsymbol der Region sind die Labiner Krafi (gefüllte Teigtaschen), die süß als Nachtisch, aber auch als Hauptgericht mit Fleischragout gegessen werden. Die meisten Restaurants pflegen die althergebrachte Tradition der einfachen Zubereitung von heimischen Lebensmitteln nach den Großmutter-Rezepten. Kosten Sie auch die Kvarner-Scampi, die für ihre Qualität und Größe bekannt sind. Die Auswahl an deliziösen luftgetrockneten Fleischprodukten, die vom istrischen Prosciutto und Würsten bis zum Ombolo (ausgelöstes Schweinskarree) reichen. Auf der Weinstraße  lernen Sie die Weinbautradition der Labiner Region kennen, die in das 19. Jahrhundert zurückreicht und im Dorf Sveti Martin (St. Martin) begonnen hat. Trüffel und Käse aus dem fruchtbaren Feld Čepić schmecken noch viel leckerer, wenn man Sie mit den weltweit anerkannten nativen Olivenölen extra (Negri, Belić und Oil Perin) kombiniert.

Teleferika

Beginnen Sie Ihr Gourmet-Abenteuer mit einem morgendlichen Spaziergang am Meeresufer entlang und durch die Olivenhaine der Maslinica-Bucht bis hin zur Teleferika, der einstigen Seilbahn und ehemaligem Hafen für Bauxitladung. Von diesem Industriekulturdenkmal, das Sie nach etwa zehn Minuten Spaziergangs erreichen werden, bietet sich ein wunderschöner Blick auf Rabac. Die 1925 eröffnete 9 km lange Seilbahn erstreckte sich von der Bucht von Rabac bergab bis zum Dorf Cere, dem Hauptzwischenlager für Bauxit. Das Aluminiumerz wurde hier mit zwei Fließbändern auf die Frachtschiffe geladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ladehafen geschlossen, und die Seilbahn auseinander gebaut. Heute ist der Landstrich von der Maslinica-Bucht in Rabac und Teleferika bis hin zum Fuß der Altstadt von Labin ein Naturschutzgebiet, reich an wildem Gemüse und duftenden aromatischen Kräutern. Gehen Sie von der Teleferika zur Maslinica-Bucht zurück und begeben Sie sich von dort auf den Sentona-Wanderweg, der Sie hinauf zu der Altstadt von Labin führt, wo Sie die Labiner Gourmet-Spezialitäten kennen lernen können.

Kunst & Gourmetgalerie Negri

Erleben Sie eine bezaubernde Mischung von Geschmäcken, Tradition und Kunst im Palast Negri aus dem 17. Jahrhundert. Die Nachfolger der Labiner Adelsfamilie Negri sind heute vortreffliche Hersteller des nativen Olivenöls extra, deren Produkte im Olivenölführer Flos Olei unter den weltweit besten Olivenölen aufgelistet sind. In der Galerie mit einem jahrhundertenalten steinernen Zisterne kann man das Olivenöl kosten und kaufen. Zur Verkostung werden der istrische Prosciutto (luftgetrockneter Rohschinken), Käse und Salzanchovis gereicht. Bei der geführten Verkostung entdecken Sie den Istrischen Teran (Rotwein), den Teranino (Teranlikör), den Biska ( Mistelgrappa) und Medica (Honigschnaps) und genießen Sie dabei die Ausstellung der Labiner Malerin Anessa A. Negri. In den Sommermonaten überträgt sich die gelassene Atmosphäre der Galerie Negri in den Abendstunden auf die Stiegen und das Plateau vor dem Palast, wo man im Rahmen der kostenfreien nächtlichen Stadtbesichtigung (in mehreren Sprachen!) beim Fackellicht und einem Glas Wein den Geist des alten adeligen Labins verspüren kann.

Geführte Verkostung nur unter Voranmeldung.

Art gastro galerija Negri, Palača Negri
G. Martinuzzi 11, Labin

T + 385 (0)52 875 280
M +385 (0)98 219 524

info@negri-olive.com
www.negri-olive.com

Die Labiner Krafi

Krafi sind das bekannteste Labiner Traditionsgericht. Obwohl es diese Spezialität auch in anderen Teilen Istriens gibt, sind die Labiner Krafi etwas ganz Besonderes - sie werden nämlich sowohl als Süßspeise als auch als Beilage zum Hauptgericht gereicht. Krafi sind eigentlich mit Käse, Rosinen und Wallnüssen gefüllte Ravioli, die mit einer süßen Soße übergossen als Dessert gegessen werden. In ihrer salzigen Variante werden sie in der Labiner Region als Beilage zum Fleischgulasch, meist Huhngulasch, serviert. Als ein ganz besonderes Gourmet-Leckerbissen sind sie in den letzten Jahren zum Hit unter den Besuchern geworden, so dass die Mehrheit der Restaurants in Labin und Rabac neben der Krafi nach Originalrezeptur auch andere fantasievolle Varianten dieser Spezialität mit heimischen Zutaten anbieten: mit Honig und Salbei, oder flambierte mit Orangensaft, oder aber mit Kirsch- und Minzsoße übergossen und noch Vieles mehr. In allen Restaurants wird Ihnen die nette Bedienung gern und stolz erklären, wie diese deliziöse Spezialität zubereitet wird.

Kvarner-Scampi und die Fischer von Rabac

Aus dem familiengeführten Restaurant Due Fratelli, das sich an der Straße befindet, die von Rabac nach Labin führt, bietet sich ein wunderschönen Blick auf die Altstadt von Labin. Das Restaurant pflegt die Tradition der tüchtigen Fischer von Rabac, die hervorragende Seeleute waren und an die zehn Segelschiffe in ihrem Besitz hatten. Die Fischerfamile Dragičević bereitet ihren Gästen ein unvergessliches Gourmet-Erlebnis – nach heimischen Rezepten werden hier Fische aus Eigenfang zubereitet. Zu den besten istrischen Weinen stehen Ihnen viele Gaumenfreuden zur Wahl: Sardellenfilets im Weinessig und Olivenöl, Seppia-Brodetto  mit Polenta, handgemachte Pljukanci (Teigware) mit Scampi oder Kvarner-Calamari im Topf al nero mit Kartoffeln. Genießen Sie die traditionelle istrische Küche und runden den fantastischen Eindruck mit den leckeren heimischen Pfannkuchen mit skuta (Frischkäse), Honig und Olivenöl ab.

Restaurant Due Fratelli
Montozi 6, Labin

T +385 (0)52 853 577
M +385 (0)98 366 498, (0)98 334 030

due-fratelli@pu.t-com.hr
www.due-fratelli.com

Kršan

Auf der Straße, die zur Weinkellerei Bačac und zum Pićan führt, machen Sie einen Abstecher zum malerischen mittelalterlichen Städtchen Kršan, das nur 13 km von Labin entfernt ist, und für sein Kräuter-Festival (im Frühling) und das Krafi-Fest bekannt ist. In Kršan gibt es außerdem einen Turm und Teile des Mauerwerks des alten Kastells aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Hier wurde 1850 das Grenzpapier Istriens (Istarski razvod) gefunden, ein bedeutendes kroatisches mittelalterliches Dokument in glagolitischer Schrift. In diesem juristischen Dokument aus dem 14. Jahrhundert werden die Markscheiden zwischen den istrischen Dorfgemeinden, ihren feudalen Herren und der Republik Venedig geregelt. Neben dem Kastell befindet sich die Pfarrkirche des hl. Antons aus dem 17. Jahrhundert.

Pićan und ein Besuch bei der Weinkellerei

Die Spitzenqualität der Weine aus dem Pićan-Gebiet wurde noch Anfang des vorigen Jahrhunderts vom österreichisch-ungarischem Thronfolger Franz Ferdinand bei seinem Besuch der Stadt Pićan bestätigt. Das mittelalterliche Städtchen ist etwa 30 km von Rabac entfernt. Es ist für seinen Kirchenturm bekannt, der mit den 48 m Höhe der dritthöchste in Istrien ist. In Pićan befand sich schon seit dem 7. Jahrhundert ein Bischofssitz. Viele wertvolle sakrale Gegenstände und Bilder, die davon zeugen, sind in der Kirche und dem Pfarrmuseum aufbewahrt. Besonders wertvoll ist ein mit Goldfäden durchwobener Bischofsmantel, ein Geschenk der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. In Pićan hat auch das Zentrum für das immaterielle Kulturerbe Istriens seinen Sitz. Es kümmert sich um die Erhaltung der Tradition der istrischen Musik und Tänze, Volksbräuche, Handarbeiten und Handwerke. Originelle Pićan-Souvenirs, heimische Weine und Schnäpse sowie eine kleine Ethno-Sammlung, die dem Komponisten der istrischen Hymne, Matko Brajša Rašan, gewidmet ist, finden Sie in der Galerie und dem Souvenirladen beim Glockenturm. Ende Mai findet in Pićan eine Weinschau der ostistrischen Weinregion – die Petivina – statt. Im Sommer werden die engen Gassen der Stadt zur Kulisse des Legendenfestes – eines Festivals der Legenden, Mythen und Geschichten. Besonders interessant ist es hier auch im November, am Tag der hl. Katharina, dem 25. November, wenn die Verkostung des jungen Weins und Olivenöls aus der Umgebung von Pićan stattfindet. Übrigens, im Dorf St. Katarina befindet sich die Manufaktur Marial, eine der besten istrischen Manufakturen zur Herstellung von heimischen Teigwaren. Ende November findet dann die Veranstaltung Martin ohne Etikett (Der faule Martina) statt - eine Ausstellung der Jungweine des Labiner Gebietes, des Mittel- und des Nordistriens. Besuchen Sie im nahegelegenen Dorf Kukurini die Weinkellerei der Familie Bačac, in der die Weinbautradition seit 75 Jahren gepflegt wird. Bei einer geführten Verkostung mit Imbiss und istrischer Musik lernen Sie die preisgekrönten Weine des Winzers Goran Bačac kennen – den Malvasier Calypsa Histria und den Merlot Calypsa Nera.

Geführte Verkostung unter Voranmeldung.

Weinkellerei Baćac, Goran Baćac
Kukurini 16, Pićan

T +385 (0)52 869 090
M +385 (0)91 186 9090

gbacac@net.hr

Das Abendessen mit Boškarin-Rind in Plomin

Das Blau der endemischen istrischen Glockenblume, das im Mai und Juni die Gassen von Plomin belebt, sowie die verführerischen Düfte der heimischen Küche aus dem Restaurant „Dorina“ sind Grund genug, in Plomin, einem der schönsten alten Städchen von ganz Istrien, Halt zu machen. Das Restaurant „Dorina“ ist mit Recht auf seine AZRRI-Qualitätsmarke (AZRRI-Agentur für ländliche Enwicklung Istriens) stolz – die bekommt man nämlich für die Zubereitung der Gerichte vom Fleisch der istrischen Rinder-Rasse – des Boškarins. Die wunderbare Kombination dieses Qualitätsfleisches und der autochthonen Kräuter kommt am besten beim gekochten Boškarin-Fleisch zum Asudruck, serviert mit Porree- und Safran-Püree und gegrillten Kartoffelmedaillons. Genauso lecker ist aber auch der Boškarin-Carpaccio auf Rucolla mit frischem Kuhmilchkäse. Im Frühling sollten Sie wilde Spargeln in einem in Alu-Folie gebratenen Fischfilet mit istrischen Kräutern kosten, und im Herbst die Kürbis & Skuta (Frischkäse)-Ravioli in Salbeisoße. Versüßen Sie sich den Winter mit der atemberaubender Torte mit Weißschokolade und heimischer Löwenzahnmarmelade. Die nette Wirtin wird Ihnen mit Freude ihre heimische Möhren-Orangen-Marmelade anbieten, während eine große Auswahl an istrischen Gourmet-Delizien im Giftshop „Plominka“ gegenüber dem Restaurant zu finden ist. Beenden Sie den schönen Abend mit einem romantischen Spaziergang durch die engen Gassen des mittelalterlichen Plomins mit seinen Sehenswürdigkeiten. So befindet sich an der Außenwand der kleinen Kirche des hl. Georg des Älteren die sog. Plominer Inschrift aus dem 11. Jahrhundert, die eines der drei ältesten glagolitischen Denkmäler der kroatischen Sprache ist. Und auf dem Relief ist der illyrisch-römische Gott Silvanus dargestellt, der Gott der Wälder und Herden war.

Restaurant Dorina
Plomin 54, Plomin

T + 385 (0)52 863 023
M +385 (0)91 286 3023, (0)91 568 4000

restoran.dorina@gmail.com