Die Labiner Visionäre

Lernen Sie die Altstadt von Labin auch aus einer anderen Sicht kennen, nämlich durch die anregenden Geschichten über die Labiner Visionäre von Weltruf: es geht um seine mutigen Bergleute, über das bewegte Leben des Reforamtionsgelehrten Matthias Flacius Illyricus, Über den Erfinder des Velocymeters (Geschwindigkeitsmessers) Josip Belušić, über die erste istrische Aktivistin und Pädagogin Giuseppina Martinuzzi sowie über die Adelsfamilien Scampicchio und Battiala-Lazzarini. In den Kellerräumen des Barock-Palastes, in dem das Volksmuseum, die größte Attraktion der Labiner Altstadt, untergebracht ist, verbirgt sich ein treu nachgebildeter, 150 Meter langer Stollen, der an die reiche bergmännische Geschichte von Labin erinnert. Die prächtigen Renaissance-Paläste erzählen die Geschichte des Labiner Adels, und in der Unterstadt ist das Piazzale, der geschützte Komplex des Industriekulturerbes mit dem Bergewerkschacht, der Lampenkammer (Lamparna) und der neuen futuristischen Stadtbibliothek, eines Besuches wert. Besuchen Sie abschließend die Bergmannsstadt Raša, die jüngste Stadt Istriens.

Das Volksmuseum Labin

Besuchen Sie eines der attraktivsten kroatischen Museen, das sich im Barock-Palast Battiala-Lazzarini in der Altstadt von Labin befindet. In seinem Keller ist ein treu nachgebildeter, 150 m langer Stollen, der an die reiche bergmännische Geschichte von Labin erinnert.

Nach Wahl des bekannten Reiseführers Lonely Planet, sei das Labiner Volksmuseum eines der 10 originellsten Museen in Kroatien. Nachdem Sie einiges über das schwere Leben der Labiner Bergleute erfahren haben, werden Sie die interaktiven Landkarten und die traditionellen istrischen Musikinstrumente mit Tonafuzeichnungen durch die lange Geschichte dieser Stadt führen, von der Uskoken-Schlacht bis zu dem grausigen Kessel-Gesetz. Außerdem erfahren Sie die Geschichte vom Physiker und Mathematiker Josip Belušić, dem Erfinder des Geschiwindigkeitsmessers, der gebürtig aus dem Dorf Županići bei Labin stammt.  Ohne seine Erfindung aus dem Jahre 1888, als er einen elektrischen Geschwindigkeitsmesser konstruierte, wären die heutigen Autos, Flugzeuge und Schiffe einfach undenkbar.
1.-Mai-Straße 6, Labin
T +385 (0)52 852 477
M +385 99 261 3276

narodni.muzej.labin@pu.t-com.hr

Öffnungszeiten: Mo. –  Fr. 10.00 – 13.00. Uhr
Juli und August:  10.00 – 13.00 und 18.00 –  22.00 Uhr, sonntags geschlossen.

Für Gruppen, unter Voranmeldung, auch außerhalb der genannten Zeiten.

Gedenksammlung Matthias Flacius Illyricus

In dieser Gedenksammlung erfahren Sie alles über das bewegte Leben des Reformationsgelehrten Matthias Flacius Illyricus (geb. am 3. März 1520 in Labin, gest. am 11. März 1575 in Frankfurt am Main), eines der einflussreichsten Geister Europas im 16. Jahrhundert und engsten Mitarbeiters von Martin Luther. Er war ein vorzüglicher Theologe, Kirchenhistoriker und Professor der griechischen und lateinischen Sprache, der mehr als 200 Bücher schrieb. Die Gedenksammlung befindet sich in der Nähe des Labiner Volksmuseums, im Palast Francovich. Hier werden auch die Kopien seiner bedeutendsten Werke, darunter auch der zwei bekanntesten Titel aufbewahrt: seine „Magdeburger Centurien“ (Kirchengeschichte in 13 Bänden) und der „Schlüssel zur Heiligen Schrift“. Erfahren Sie, wie er unter dem Einfluss seines Onkels, dem Pater Baldo Lupetina, einem venezianischen Inquisitonsopfer, zum Protestanten wurde, und wie er sich mit Martin Luther, dem Vater der Reformation, anfreundete. Trotz alledem schaffte er es, Vater von sogar 19 Kindern zu werden.

Giuseppina-Martinuzzi-Straße 7, Labin

T +385 (0)52 852 477
M +385 (0)99 261 3276

Öffnungszeiten: Mo.. –  Fr. 10.00 – 13.00. Uhr
Juli und August:  10.00 – 13.00 und 17.00 –  19.00 Uhr, sonntags geschlossen.

Für Gruppen, unter Voranmeldung, auch außerhalb der genannten Zeiten.

Marenda an den Stadtmauern

Nach dem romantischen Spaziergang zwischen den Adelpalästen und zahlreichen Kunstgalerien in den stillen, engen Labiner Gassen, ruhen Sie sich an der schönsten Promenade der Altstadt bei der traditionellen Marenda aus. An den Stadtmauern, mit einem wunderschönem Blick auf das grünlich-blaue Meer vor Rabac und die Kvarner-Inseln Cres und Lošinj, lassen Sie sich die heimische Küche schmecken. Zur Wahl stehen Ihnen die traditionelle Maneštra (Bohnensuppe), Salzanchovis mit getrockneten Tomaten und Kapern, Tagliatelle mit frischen Seespinnen und Fischer-Kartoffeln, oder mit Prosciutto und wilden Spargeln gefüllte Calamari sowie Leberragout mit Zwiebeln und Rotwein... Versüßen Sie sich den Tag mit dem heimischen Gebäck mit Rosinen (fritule) und trinken Sie dazu einen heimischen Schnaps. Genießen Sie den Geist des Altertums und den Traumblick von den Stadtmauern bei einem Glas Wein – wir empfehlen den Labiner Malvasier oder den rubinfarbenen Merlot.

Restaurant Kvarner
Šetalište San Marco bb, Labin
T +385 (0)52 852 336

www.kvarnerlabin.com

Giuseppina Martinuzzi

Im Stadtgebiet Rialto, gegenüber dem alten Stadtkern von Labin, befindet sich das Geburtshaus von Giuseppina Martinuzzi (geb. 14. 2. 1844 in Labin – gest. 25. 11. 1925 in Labin ), der berühmtesten Labinerin, die Pädagogin, Politikerin und die erste istrische Sozialistin war. Im malerischen Hof des Hauses verspürt man immer noch den Geist des Labiner Bürgertums. Geboren wurde sie in der Familie des angesehenen Labiner Podestaten Giovanni Martinuzzi, dessen Familie Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Friaul (nordöstliches Italien) nach Labin kam. Wie auch viele andere Mädchen aus den damaligen höheren Gesellschaftsschichten wurde Giuseppina Lehrerin. In den 32 Jahren ihrer Tätigkeit arbeitete sie mit den Arbeiter- und Bauernkindern an vielen Schulen, von Triest bis hin zum Stari Grad auf der Insel Hvar, und wurde zu einer beliebten „Armenlehrerin“. Ihr Werk Manuale Mnemonico (Mnemontechnisches Handbuch) aus dem Jahr 1866 ist ein Beispiel der Merkmethoden, die zur leichteren Bewältigung der Lehrstoffe beitragen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie politisch aktiv und vertrat leidenschaftlich die Ideen des menschengerechten Sozialismus. In dieser Zeit wurde ihr bedeutendstes Werk mit sozialem Charakter, das Poem Ingiustizia (Unrecht), veröffentlicht, so dass sie zu einer der weltweit ersten Sozialistinnen zählt. Als überzeugte Sozialistin hielt sie zahlreiche öffentliche Reden, in denen sie sich leidenschaftlich für Kinder-, Arbeiter- und vor allem für Frauenrechte einsetzte. Außerdem befürwortete sie die Zusammenarbeit zwischen dem kroatischen und dem italienischen Volk in Istrien. Im zweiten Stock des Labiner Volksmuseum sind die Jugendstil-Möbel aus ihrer Labiner Wohnung sowie ihr Mnemotechnisches  Handbuch und mehrere Privathandschriften ausgestellt.

Die Labiner Republik und das Kulturbergwerk

Die Geschichte des Gebiets von Labin wurde stark vom Bergbau geprägt, denn hier lebte man jahrzehntelang vom Steinkohlegraben.  Außerdem fand  einer der ersten Aufstände gegen den Faschismus in Europa in Labin statt. Der Streik und die ausgerufene Selbsverwaltung der Bergleute von Labin, bekannt als die Labiner Republik, dauerte vom 2. März 1921 bis zum 8. April 1921. Der Streik begann, als sich einige Bergleute auf dem Ortsplatz in Vinež versammelten, um gegen die Faschisten zu protestieren, die ihren Gewerkschaftsführer Giovanni Pipan nach Pazin gebracht und dort misshandelt hatten. Die Bergleute besetzten die Labiner Bergwerke und alle Tagesanlagen, verminten die Stollenzugänge und organisierten eigene bewaffnete Truppen. Dabei wurden sie auch vom Adeligen Giovanni Tonetti, dem sog. „Roten Baron“, unterstützt. Das von Pipan geleitete Kommitee der Bergleute traf Entscheidungen zu politischen und sozialen Fragen, formulierte die Forderungen der Streikenden und unterbreitete sie der Grubenverwaltung. Nach ein paar Tagen wurde die Arbeit im Steinkohle-Bergbau wiederaufgenommen, die Bergarbeiter ernannten ihre eigene Verwaltung und organisierten nun die Produktion selbst. Nach einigem Taktisieren der Grubenverwaltung wurde die Labiner Republik am 8. April vom Land und vom See her durch gemeinsame militärisch-polizeiliche Kräfte überfallen. Die schlecht bewaffneten und unerfahrenen Bergleute mussten nachgeben. Es folgte eine Vergeltungsaktion, bei der etwa 40 Aufständische verhaftet und nach einem Gerichtsverfahren in Pula wieder freigelassen wurden. Die Erinnerung an die ruhmvolle Vergangenheit wird in Podlabin aufrechterhalten, der Labiner Unterstadt, die planmäßig für den Zweck der Bergbautätigkeit errichtet wurde. Ihr zentraler Bereich ist der sog. Pjacal, ein geschützter Komplex des Industriekulturerbes. In diesem Industriekomlex befindet sich die Haupteinfahrt in die 150 m langen Bergwerksschächte, die Lampenkammer (Lamparna) und die neue futuristische Stadtbibliothek.  Der monumentale Marmorsaal des einstigen Verwaltungsgebäudes der Istrischen Kohlenbergwerke Raša, in dem den Bergleuten ihre schwerverdienten Löhne ausgezahlt und Streiks ausgerufen wurden, ist somit zu einem zeitgenössischen Kulturbergwerk geworden.

Stadtbibliothek Labin
Rudarska-Straße 1/A, Labin
T +385 52 852 257

gradska.knjiznica.labin@pu.t-com.hr
www.gk-labin.hr

Öffnungszeiten:
Mo. – Fr.:  8.00 – 19.00. Uhr
Sa. 8.00 – 13.00. Uhr

Raša

Um sich die bergmännische Vergangenheit dieser Gegend überhaupt vorstellen zu können, muss man unbedingt Raša besuchen, das jüngste Städtchen Istriens, das 5 km von Labin entfernt auf der Straße nach Pula liegt. Raša (Arsia) bekam seinen Namen nach dem gleichnamigen Fluss. Ihre Geschichte begann Mitte der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts, als im Tal des Baches Krapan auf Mussolinis Initiative eine Stadt zu entstehen begann, die ausschließlich dem Zweck der Bergbautätigkeit dienen sollte. Nach den Plänen des Architekturbüros Pulitzer aus Triest wurde die Stadt, die für 3000 Einwohner geplant war, in nur 547 Tagen errichtet und am 4. November 1937 feierlich eröffnet. Die moderne Stadt mit städtischer Heizanlage hatte auch ein Schule, einen Kindergarten und ein Hotel. Die zwei parallel verlaufenden Hauptstraßen mündeten auf dem Hauptplatz, auf dem sich die Kirche der hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, befand. Sie wurde in Form eines umgekippten Bergwerkkarrens gebaut, ihr Glockenturm erinnert an eine traditionelle Grubenlampe, und ihre Flure an die unterirdischen Grubengänge. Im ihrem Glockenturm befindet sich ein den Bergleuten gewidmetes Museum.

Göttliche Geschmäcke aus Meer und Wald

Egal zu welcher Jahreszeit Sie nach Labin kommen, werden Sie auf dem Hauptplatz der Altstadt  von Düften verführt, die von Früchten aus den Labiner Wäldern, Gemüsegärten und aus der Adria stammen und Pizzas und heimische Teigwaren in leckere Gaumenfreuden verwandeln. Mit einem herrlichen Blick auf Torjon, die runde Bastion, und das Stadttor San Fior, genießen Sie die Waldpizza mit istrischen schwarzen Trüffeln aus den verborgenen Hainen der Labiner Umgebung, oder die Meerespizza, die den Reichtum der Adria birgt. Die Gemüse- wie auch die Bergpizza locken dagegen mit dem leckerem Geschmack des heimischen Gemüse und des istrischen Prosciutto und Würsten. Neben hausgemachten Gnocchi, Fuži und Pljukanci (heimische Teigwaren), werden hier auch die Labiner Fleckerln (Pasutice) mit Kabeljau angeboten, die Sie sich keinesfalls entgehen lassen sollen.

Pizzeria Napoli
Titov trg 7, Labin

T +385 (0)52 852 261

info@pizzeria-napoli.hr
www.pizzeria-napoli.hr